Biblischer Impuls April 2019

Was bewegt die Jünger, die doch täglich im engsten Kontakt mit Jesus leben, die aus einem Volk kommen, in dem „Gebet“ kein Fremdwort war, sondern zum Leben von klein auf selbstverständlich dazugehörte, ausgerechnet diese schlichte Bitte an ihren Herrn zu richten?

Sicher spielt der Zeitpunkt eine Rolle. Sie formulieren ihr Anliegen, als Jesus selbst aus der Stille des Gebets kommt. Sie spüren: Hier ist seine Kraftquelle! Durch das Gebet tritt er in die Nähe Gottes, und dieses Leben aus Gott prägt ihn. – Auch die Jünger wollen zu Menschen werden, die durch Gott geprägt und verwandelt sind und die im Alltag etwas von ihm widerspiegeln.

Doch die Jünger und auch wir wissen darum, dass Beten nichts Selbstverständliches ist und sehr schwerfallen kann. Sie wie wir wissen um Zeiten, die uns nicht fremd sind, in denen man zwar so gebetsbeflissen ist, dass die Fülle der Gedanken nicht abreißt und eine Bitte die andere ablöst, doch Sammlung auf der Strecke bleib und das Gebet zur Routine wird.

Halten wir doch einmal für ein paar Augenblicke inne und lassen die Bitte der Jünger zu unserer eigenen werden. Wie wohltuend ist es dann, aus der Oberflächlichkeit und Leere des Gebets herausgeführt zu werden und uns der Zugang zur Quelle des Lebens geöffnet wird. Ja Herr Jesus, lehre uns beten.

Arno Busch, Lonsingen